Besichtigung der Saarbahn-Werkstatt

Foto: Helmut Kreis Als kleines „Dankeschön“ für die großartige Unterstützung im Arbeitskreis Betreuung lud der Geschäftsführende Vorstand die Mitglieder des Arbeitskreises am 17.10.2013 zur Besichtigung des Saarbahn-Werkstatt ein. Treffpunkt war um 16.00 Uhr vor dem Haupteingang. Wir wurden von Herrn Welsch ganz herzlich begrüßt. Herr Welsch war in seiner Funktion zuständig für den Bau der Saarbahn-Werkstatt.
Die Saarbahn GmbH und die Stadtbahn Saar GmbH sind beide Töchter der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS). Beide Unter-nehmen leisten den öffentlichen Personennahverkehr auf der Straße und auf der Schiene in der Landeshauptstadt Saarbrücken und im Regionalverband.
Stadtbahn Saar GmbH und die Saarbahn GmbH wurden in den 90iger Jahren gegründet. 1992 die Stadtbahn Saar GmbH als Infrastrukturgesellschaft (zuständig für Planung und Bau der Saarbahn sowie für Werkstatt, Betriebsmittel, Fahrzeuge und Steuerung des ÖPNV) und 1997 die Saarbahn GmbH als Betriebsgesellschaft für die Schiene und seit 2002 auch für den Bus.
Foto: Helmut Kreis Seit der Inbetriebnahme der ersten Saarbahn-Teilstrecke im Herbst 1997 erfolgte die Instandhaltung der anfangs 15 und ab 2001 insgesamt 28 Stadtbahn-Fahrzeuge im Werk Ost der Deutschen Bahn AG in der Dudweiler Landstraße in Saarbrücken. Diese Betriebsstätte galt nur als Übergangslösung, da sie maßgeblich auf die Bedürfnisse der Züge der DB zugeschnitten war. Die Suche nach einem nach Ausstattung und Größe geeigneten Ort für die Wartung und Instandhaltung startete deshalb bereits bei der Aufnahme der Planungen für das Saarbrücker Stadtbahn-System. Insgesamt unterzog die Stadtbahn Saar GmbH 20 mögliche Standorte einer genaueren Betrachtung, von denen schließlich drei in die engere Wahl kamen, nämlich Saarterrassen, Werk Ost und Bahnhof Brebach.
Trotz optimaler betrieblicher Möglichkeiten fiel 2004 die Entscheidung gegen eine mögliche Werkstatt auf den Saarterrassen aufgrund zu kostspieliger Vormaßnahmen. Vom Standort Werk Ost nahm man 2005 wegen hoher Umbau-, Instandhaltungs- und Sanierungskosten an der vorhandenen Infrastruktur Abstand. 2006 wurde der Standort Brebach umso interessanter, da die Deutsche Bahn zusätzliche Gleisanlagen zur Verfügung stellen konnte.Vorteile des Standortes Brebach:
• Verfügbares Gelände der DB AG
• Geeigneter Geländezuschnitt
• Wirtschaftlich sinnvolle Baumaßnahme
• Wegfall der Mietzahlung und der Kosten für die Abstellung von Fahrzeugen
für die zuvor bereits genutzten Räumlichkeiten in Brebach
• Räumliche Vereinigung von Abstellung, Reinigung, Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge zu kostenminimierten
Bedingungen
• Räumliche Zusammenlegung mit dem Fahrdienst
• Gute Erreichbarkeit über das Straßennetz
• Strategisch günstige Lage für Bedienung zukünftiger Ausbaustufen und für gute Anbindung an das Liniennetz
Foto: Helmut Kreis Im Vorfeld des eigentlichen Werkstattneubaus erfolgten umfangreiche Planungen. Diese betrafen Schienen und Weichen, Werkstatt mit Waschanlage und Nebengebäuden, Tragwerk und technische Gebäudeausrüstung, Oberleitung und Signalanlagen, Stützwände und Verkehrswege, die Anpassung des vorhandenen Stellwerks der DB sowie die Beleuchtung der Abstellanlagen. In den Jahren 2008/2009 gehörte der Abbruch des ehemaligen „Bananenschuppens“ zu den ersten Arbeitsschritten. Im Anschluss folgten die Anpassung der Beleuchtung sowie die Anlage des Geh- und Radweges in der Saarbrücker Straße durch den Bau einer Stützmauer. Sie dient als Ergänzung zu der ehemaligen DB-Rampe, die rückgebaut wurde. Weil auf dem Gelände schützenswerte Reptilien gefunden wurden, siedelte man diese in ein eigens errichtetes Eidechsenhabitat aus Kalkstein an anderer Stelle des Areals um.

Foto: Helmut Kreis Die Anpassung der Fahrleitung an Stadtbahn-Anforderungen erfolgte schrittweise im Jahr 2010, ebenso der Rückbau vorhandener Gleise. Auch im Spurplanstellwerk der DB musste eine Reihe von Anpassungen vorgenommen werden. Im Anschluss an die Rohbauarbeiten folgte der Innenausbau. Zu erstellen waren Stahlelemente für Wartungsgruben, Arbeitsbühnen, Auflegekonstruktionen für den Gleisbau sowie Hebebühnen und Krananlagen. Bei dem eigentlichen Werkstattgebäude handelt es sich um eine Konstruktion in Stahlbetonbauweise mit einem Flachdachaufbau, in dem fünf Arbeitsstände mit Arbeitsgruben untergebracht sind. Über dem Baukomplex befinden sich Büro-, Schulungs- und Sozialräume, sowie die Betriebssteuerzentrale. SteuerzentraleFoto: Helmut Kreis

Die Saarbahnen werden alle 8 Jahre einer Hauptuntersuchung unterzogen. Dabei werden die Drehgestelle ausgebaut und aus ökonomischen Gründen zur Prüfung an die Kölner Verkehrsbetriebe AG geschickt. Einerseits lassen sich die 55 Tonnen schwere Stadtbahnzüge mit Hilfe der Wagenkastenheber stufenlos anheben. Andererseits ist mit einem weiteren Teil das separate und ebenfalls stufenlose Ablassen einzelner Drehgestelle zu Reparatur und Instandhaltungszwecken möglich. Zurzeit hat das Streckennetz eine Länge von 33,5 Km, gemessen von Saarguemines bis Heusweiler Markt. Mitte 2014 soll eine Streckenerweiterung auf 44 Km erfolgen, so dass sich das Bahnnetz bis Lebach-Jabach verlängert. Täglich befördern die Stadtbahnfahrzeuge mehr als 40.000 Fahrgäste und legen eine Fahrstrecke von 4.900 km zurück. Weitere Streckenabschnitte im Stadtgebiet Saarbrücken sollen folgen.

Alle TeilnehmerFoto: Helmut Kreis Aus der geplanten 60-minutigen Betriebsbesichtigung wurden mehr als 2 Stunden und diese waren durch die sehr interessanten Kommentare und Erfahrungsberichte von Herrn Welsch als kurzweilig empfunden worden. Reinhard Marian bedankte sich bei Herrn Welsch für die interessante Führung und überreichte ein kleines Präsent. Zum Abschluss lud der Geschäftsführende Vorstand noch zu einem Stehumtrunk in einem dem Umfeld angepasstes Lokal ein.

Gerhard Meiser

Quelle: www.saarbahn.de


 

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