Steinkohlenbergbau an der Saar

„Der Steinkohlenbergbau an der Saar – von seinen Anfängen bis zur Gegenwart“

Ansprache von Berghauptmann Dr. Franz-Rudolf Ecker anlässlich der Jahreshauptversammlung der VSB am 25. März 2012

 

Meine sehr geehrten Herren,

in wenigen Wochen geht an der Saar eine Ära zu Ende, die dieses Land und seine Menschen geprägt und die Geschicke des Landes lange Zeit so entscheidend mitbestimmt hat, wie nichts anderes. Am 30. Juni dieses Jahres endet, wie jetzt überall zu lesen und zu hören ist, die 250-jährige, genau genommen die 260-jährige Geschichte des saarländischen Steinkohlenbergbaus, wobei der genannte Zeitraum aber nur die Periode betrifft, in die der so genannte staatliche Bergbau fiel, also von der Mitte des 18. Jahrhunderts an bis heute. Seit dieser Zeit kann man nämlich erst von einem planmäßigen Steinkohlenbergbau sprechen, während die Kohleförderung im Saarland bereits seit der Zeit der keltischen Besiedelung belegt ist:

1982 wurde bei der Freilegung eines Hügelgrabes aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. in Rubenheim eine geschnitzte Kohleperle als Grabbeigabe gefunden, die einem Kännelflöz bei Heinitz zugeordnet werden konnte.

Auch in römischer Zeit wurde im Saarland offenbar schon oberflächennaher Kohleabbau betrieben: Im Grab der Ursula von Roden aus dem 3. Jahrhundert nach Christus wurden Schmuckringe gefunden, die ebenfalls aus geschliffener Kännelkohle hergestellt waren.

 

Seit dem späten Mittelalter ist der Abbau der Steinkohle dann auch schriftlich belegt: Erste urkundliche Erwähnungen finden sich in dem sog. Schöffenweistum von Neumünster bei Ottweiler aus dem Jahre 1429. Als Weistum bezeichnete man im Mittelalter die Auskunft rechtskundiger Männer über das geltende Recht.

 

Die Verwertbarkeit der Kohle muss also bereits Anfang des 15. Jahrhunderts hierzulande bekannt gewesen sein und ihre Gewinnung durch vereinzelte Gräbereien in dieser Zeit schon begonnen haben. Erste Rechnungsbelege aus dem Jahr 1448 sowie die Bezeichnung „Kollwald“ in einem Quierschieder Jahrgedinge von 1466 weisen ebenfalls darauf hin, dass die Steinkohle an der Saar schon Anfang des 15. Jahrhunderts entdeckt war. Der Begriff „Jahrgedinge“ entspricht dem eben erwähnten Begriff „Weistum“.

Auf jeden Fall konnten schon ab 1459 in den Rechnungen der Landesherrschaft regelmäßig Einnahmen von Kohlengruben verzeichnet werden. Regellose Gräbereien am Flözausgehenden bestanden aber schon viel früher, wobei die Kohle über Tage nur so weit aus der Erde gegraben wurde, bis die Löcher und Öffnungen voll Wasser liefen oder zusammenstürzten.

 

Steinkohle lag an der Saar, anders als im deutschen Bergrecht damals allgemein üblich, schon früh in der Verfügungsgewalt des Landesherrn. Im Saarland waren das die Grafen bzw. Fürsten aus dem Haus Nassau-Saarbrücken. Wie andere Regalien (z. B. das Zollregal oder das Münzregal) wurde Ihnen auch das Bergregal, also das Recht, Bodenschätze zu gewinnen, vom Kaiser verliehen. Der älteste urkundliche Nachweis für die Verleihung des Bergregals an die hiesige Landesherrschaft stammt aus dem Jahr 1371, als Graf Johann von Nassau-Weilburg von Kaiser Karl IV für die Grafschaft Saarbrücken u. a. auch die Bergwerksrechte als Reichslehen erhielt.

Bei jedem Regierungswechsel musste für diese Verleihung eine neue Bestätigung erwirkt werden. Urkundlich nachgewiesen sind uns solche Bestätigungen durch Kaiser Friedrich III im Jahre 1442 oder durch Kaiser Karl V im Jahr 1546, als dieser sich auf dem Rückweg von einer Reise in die Niederlande einige Tage in Saarbrücken aufhielt.

 

Spätestens seit 1371 waren die Saarbrücker Grafen somit Inhaber des Bergregals und aus dem eben erwähnten Schöffenweistum von Neumünster von 1429 sowie aus einem vergleichbaren Rechtsspruch von 1529 ergibt sich, dass die Steinkohle in der Grafschaft Saarbrücken, anders als in den meisten übrigen deutschen Ländern, von Anfang an zum Bergregal gehörte.

 

Ebenfalls im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Bergbaugebieten wurde der Bergbau hier von den Landesherren nie für frei erklärt. Eine solche Freierklärung war nach dem gemeinen Bergrecht, das sich im deutschen Sprachraum inzwischen herausgebildet hatte, ab dem 14. Jahrhundert sonst allgemein üblich, so dass jedermann durch „Schürfen, Muten und Verleihung“ an eine eigene Bergbauberechtigung gelangen konnte.

An der Saar erfolgte somit kein bergrechtlicher Verleihungsakt gegenüber dem Bergbauwilligen, vielmehr überließen die Landesherren das Recht zum Kohlengraben den Untertanen regelmäßig mit stiller Duldung, in Einzelfällen aber auch mit ausdrücklicher Erlaubnis.

 

Vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges, also Ende 16., Anfang 17. Jahrhundert, bestanden in der Grafschaft Saarbrücken auf diese Weise bereits Kohlengräbereien in der Umgebung von Neunkirchen, Bexbach, Wiebelskirchen, Sulzbach, Dudweiler, Geislautern und Quierschied.

 

Der Bergbau entwickelte sich aber nur langsam und die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs sowie die anschließenden Auseinandersetzungen zwischen Lothringen und Frankreich setzten ihm durch die weitgehende Entvölkerung des Landes nahezu ein Ende. Quellen belegen, dass die Bevölkerungsverluste durch Kriege und Seuchen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hierzulande bei über 80 % lagen.

 

Demnach verwundert es nicht, wenn die Quellen für das Ende des 17. Jahrhunderts nur noch wenige Kohlengruben nennen, die auch nur noch bescheidene Jahreseinnahmen ausweisen.

 

Erst der merkantilistische Geist des beginnenden 18. Jahrhunderts erlaubte es, die natürlichen Reichtümer des Landes, insbesondere die Steinkohle besser zu erschließen. Von größter Bedeutung für die Grafschaft Saarbrücken wurde dabei die Regierungszeit der beiden letzten Nassauer Regenten, also von Fürst Wilhelm Heinrich, der von 1741 bis 1768 regierte und dessen Sohn, Fürst Ludwig, der nach seinem Vater die letzte Nassauer Regentschaft bis zum Einfall der französischen Truppen im Jahr 1793 innehatte.

 

Insbesondere der zielstrebigen und konsequenten Wirtschaftspolitik Wilhelm Heinrichs war es zu verdanken, dass die industrielle Entwicklung in der Grafschaft schnell einen so hohen Stand erreichte, dass das Nassauer Territorium an der Saar bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Industriegebieten Deutschlands zählte.

Mit entscheidend für diese Entwicklung war, dass Mitte des 18. Jahrhunderts die Beamten am fürstlichen Hof ihre Herrschaft wohl davon überzeugen konnten, dass die Gruben inzwischen rentabel arbeiteten und mit ihnen sogar Gewinn zu erzielen war.

Deshalb wurden im Januar 1751 alle bestehenden Gruben vom Landesherrn kurzer Hand, zum Teil gegen eine Entschädigung, eingezogen, sozusagen verstaatlicht. Trotzdem ging die wilde Kohlengräberei munter weiter, so dass 1754 durch eine besondere Verordnung die eigenmächtige Eröffnung von Gruben sogar mit Geldstrafe bedroht werden musste.

 

Mit dem Übergang der bisher von privater Seite betriebenen Gruben auf den Landesherrn begann eine neue Epoche für den Bergbau an der Saar, begann also die Zeit, die im Mittelpunkt der meisten heutigen Abhandlungen und Veröffentlichungen steht.

 

Fürst Wilhelm Heinrich begann mit dem Aufbau einer staatlichen Bergverwaltung, die bei der fürstlichen Rentkammer angesiedelt war. Dies hatte zur Folge, dass man nunmehr der Technik des Grubenbaus mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt widmete. Aus den früheren Kohlengräbern bildete sich ein geschlossener Bergmannsstand. Hatte man bisher eine planlose Gräberei am Flözausgehenden betrieben, setzte nunmehr eine systematische, wirtschaftlichere und rationellere Kohlengewinnung ein. Um weiter in das Berginnere zu kommen und einen kunstgerechten, bergmännischen Abbau führen zu können und gleichzeitig eine wirksamere Wasserlösung zu erreichen, wurden Stollen mit geringem Ansteigen aufgefahren. Mit der Verbesserung des technischen Betriebs setzte eine Erhöhung der Förderung und gleichzeitig eine Erweiterung des Absatzgebiets der gewonnen Kohlen ein.

Als Absatzwege wurden der Landabsatz und der Wasserweg erschlossen. Die Kohle wurde – weit über den örtlichen Bedarf hinaus – zur Handelsware. Denn da die ursprünglich reichen Holzvorräte zur Neige gingen, wurde Kohle als Brennstoff für Industrie und Haushalt ein begehrter Brennstoff. 1766 gab es im Saargebiet 12 Gruben: Schwalbach, Stangenmühle, Klarenthal, Gersweiler, Rußhütte, Jägersfreude, Friedrichsthal, Schiffweiler, Wellesweiler, Dudweiler, Sulzbach und Burbach. Die wichtigsten waren Dudweiler und Wellesweiler.

 

Mit dem Tod Wilhelm Heinrichs im Jahr 1768 verlor der Saarbrücker Steinkohlenbergbau die leitende und starke Hand, die ihn aus primitiven Verhältnissen in bereits beachtliche, geregelte Bahnen geführt und ihm neue Wege zur Weiterentwicklung geschaffen hatte. Die Jahresförderung verfünffachte sich allein in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod auf etwa 18 000 Tonnen Kohle, die von 147 Kohlengräbern aus 42 Tagesstollen gewonnen wurde und stieg unter dem Fürstensohn Ludwig bis 1793 auf gut 50 000 Tonnen an. Der Produktivitätsfortschritt fand in erster Linie durch eine Vermehrung der Arbeiterschaft und eine effektivere Verwaltung statt. Im Jahr 1790 waren bereits 270 und fünf Jahre später schon 360 Bergleute auf den heimischen Gruben beschäftigt.

 

Es folgte dann die napoleonische Zeit zwischen 1793 und 1815, in der das Saargebiet das Schicksal Frankreichs teilte. In den rund zwanzig Jahren unter französischer Verwaltung wurden die Gruben an die französische Gesellschaft Equer & Co. aus Paris, verpachtet.

 

Mit dem Wiener Kongress und dem zweiten Pariser Frieden im Jahr 1815 erhielt Preußen die ganzen Nassau-Saarbrückenschen Lande, so dass jetzt alle Steinkohlengruben außer der Privatgrube Hostenbach dem preußischen Staat gehörten. Ihre Förderung belief sich im Jahr 1816 schon auf rund 100 000 t Kohle bei einer Belegschaft von 917 Mann.

Ab den 1820er-Jahren wurden Dampfmaschinen in den saarländischen Gruben eingeführt. 1822 wurde der erste senkrechte Schacht in Hostenbach geteuft – bisher wurde die Kohle über Stollen und schräg in die Tiefe vorgetriebene Schächte gefördert. Durch Gründung weiterer Gruben verdreifachte sich die Förderung. Die Belegschaft stieg auf viereinhalbtausend Mann.

Einen mächtigen Aufschwung erfuhr der Bergbau durch die Eröffnung der Saarbrücker Eisenbahn zu Beginn der 1850er Jahre. Nun wurden auch Kokereianlagen errichtet. Im Jahr 1860 betrug die Förderung schon 2 Mio. Tonnen. 11.000 Bergleute arbeiteten nun bereits in den saarländischen Gruben. Acht Jahre später wurden bereits 2,9 Mio t Kohle bei einer Belegschaft von nahezu 16.000 Mann gefördert.

1861 wurde das bisherige Bergamt geschlossen und die Königlich-preußische Bergwerksdirektion in Saarbrücken gegründet, die 1880 den neuen Verwaltungsbau von Martin Gropius bezog, dieses herrschaftliche Bauwerk, das lange Zeit die herausragende Bedeutung des heimischen Steinkohlenbergbaus widerspiegelte und dem erst vor noch nicht allzu langer Zeit durch die Umwandlung in ein Einkaufscenter der Stempel der Nach-Steinkohlen-Ära aufgedrückt wurde. 1866 wurde der Saarkanal eröffnet, der das saarländische Kohlerevier auch über den Wasserweg erreichbar machte.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gab es einen Aufschwung. Der Bergarbeiterbedarf war groß, so dass Bergleute aus dem Hunsrück, der Eifel und der Pfalz angeworben wurden; die Bevölkerungszahlen explodierten in zahlreichen Ortschaften geradezu. Um 1900 hatte sich die Zahl der Bergleute auf über 40.000 erhöht und die Förderzahlen waren auf fast 10 Mio. Tonnen Kohle jährlich gestiegen. Es waren damals 783 Dampfmaschinen im Einsatz.

Im letzten Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, 1913, waren in den staatlichen Betrieben rund 52 000 Mann, davon knapp 38 000 unter Tage beschäftigt; die Förderung belief sich auf über 12 Mio. t und machte damit 50 % der Gesamtförderung des preußischen Staatsbergbaus aus. Eine Zählung aus dem Jahr 1925 ergab 69 575 Belegschaftsmitglieder.

Nach Kriegsende wurde das Eigentum an den Saargruben durch den Versailler Vertrag auf Frankreich übertragen, das beim Abbau vermehrt auf Motorkraft setzte. Die kriegsbedingt zurückgegangene Förderung stieg wieder an und betrug 1929 wieder über 13 Mio. Tonnen.

Am 1. März 1935 erfolgte die Rückkehr des Saarlands ins Deutsche Reich. Infolge der Weltwirtschaftskrise betrug die Gesamtbelegschaft damals nur noch knapp 46 000 Mann. Sie stieg erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs weiter an und erreichte 1949 mit über 67 500 einen neuen Höchststand.

Nach dem Krieg ging die Kontrolle über die Gruben in die Hand der „Mission Française des Mines de la Sarre“ über. Im Verlauf der nächsten Jahre ging es zunächst darum, eine möglichst hohe Förderung zu erzielen, um die Kriegsschäden zu ersetzen und sichere Arbeitsplätze zu schaffen. Zum 1. Januar 1954 wurde die Firma Saarbergwerke gegründet, an der nach der Rückgliederung des Saarlandes 1957 die Bundesrepublik Deutschland mit 74 % der Aktien Hauptanteilseigner war, während das Land die restlichen Aktien hielt.

Mit Beginn der Kohlenkrise Ende der 50er Jahre begann der unaufhaltsame Niedergang des deutschen Steinkohlenbergbaus, nur kurzfristig unterbrochen von den beiden Ölkrisen der siebziger Jahre. Rationalisierungsmaßnahmen, Anpassungsmaßnahmen und Belegschaftsreduzierungen waren seitdem ständige Begleiter der Bergleute. Bereits in den 1960er Jahren wurde die Zahl der Gruben von 18 auf sechs reduziert; die jährliche Produktion sank von 17 Millionen Tonnen im Jahr 1955 auf elf Millionen Tonnen im Jahr 1969.

Der Strukturwandel setzte sich in den folgenden Jahrzehnten fort, 1987 wurde eine weitere, drastische Reduzierung der Fördermengen beschlossen. Anfang der 1990er Jahre gab es noch 18 000 Beschäftigte im Bergbau. Die jährliche Förderung lag bei etwa 9 Millionen Tonnen. Im November 1990 wurde die Kohleförderung am Standort Camphausen eingestellt, Ende 1994 wurde die Grube Luisenthal geschlossen. Nach einer Vereinbarung vom März 1997 sollte innerhalb der nächsten acht Jahre die Zahl der Bergleute von 14.400 auf 8.200 sinken. Im gleichen Jahr verkaufte die saarländische Regierung ihren Anteil an den Saarbergwerken zum symbolischen Preis von einer Mark an die RAG. Die Grube Göttelborn /Reden wurde zum 1. September 2000 als drittletztes Bergwerk geschlossen und die verbleibenden Bergwerke Warndt/Luisenthal und Ensdorf am 01.01.2004 zum Bergwerk Saar mit zwei Förderstandorten zusammengeschlossen, von denen im Juni 2005 Warndt/Luisenthal die Förderung einstellte.

Der Bund und die Revierländer einigten sich schließlich 2007 im Steinkohlefinanzierungsgesetz auf ein sozialverträgliches Auslaufen des heimischen Steinkohlenbergbaus im Jahre 2018.

 

Für das Saarland sollte es zu einem noch schnelleren Ende kommen. Am 23. Februar 2008 ereignete sich die bis dahin stärkste bergbaubedingte Erderschütterung. Das Beben erreichte eine Stärke von 4,5 auf der Richterskala mit einer maximalen Schwinggeschwindigkeit von 93,5 mm/s. Die saarländische Landesregierung verfügte noch am gleichen Tag einen vorläufigen, unbefristeten Abbaustopp, das Unternehmen stellte von sich aus die Förderung ein. Im Juni 2008 beschloss dann der Aufsichtsrat der RAG, das Bergwerk Saar zum 30. Juni 2012 zu schließen.

 

Wenn das letzte Bergwerk im Land demnächst also seine Förderung einstellt, wird der saarländische Bergmann von den Anfängen des Bergbaus im 15. Jahrhundert bis zu seiner Beendigung rund 1,5 Mrd. to Kohle aus der heimatlichen Erde herausgeholt haben. Eine Leistung, die jedermanns Achtung und Anerkennung verdient.

In ihrer Regierungserklärung am 24.08.2011 hatte die Ministerpräsidentin des Saarlandes hierzu sehr passende Worte gefunden, als sie sagte: „Wie immer unsere zukünftige Kulturlandschaft aussehen wird — der Bergbau als unverzichtbarer Bestandteil unserer landesspezifischen Erinnerungskultur muss seinen angemessenen Platz darin finden. Auch wenn der Steinkohlenbergbau nicht mehr die Zukunft unseres Landes prägen wird, so ist dennoch seine Bedeutung für unser Land unvergessen. Er ist aus dem kollektiven Bewusstsein nicht wegzudenken. Es gibt keine Region in Deutschland und auch nicht in Europa, in der die Arbeit unter Tage so viele Menschen geprägt hat.

Wir wollen ins Bewusstsein rufen, unter welchen Gefahren Tausende, ja Hunderttausende von saarländischen Bergleuten in den vergangenen Jahrhunderten die Grundlagen für unseren heutigen Wohlstand gelegt haben.

Dies dürfen wir niemals vergessen.

Aus diesem Grund werden wir die Traditionen und das Brauchtum des Bergbaus hoch — und die Erinnerung daran wach halten. Die Bergleute sollen wissen, dass wir stolz auf ihre Leistungen sind.“ Zitat Ende!

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Teilnehmer der heutigen Jahreshauptversammlung, diesen Sätzen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, so dass ich mit ihnen auch zum Schluss meiner Ansprache kommen will. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinem Streifzug durch die Jahrhunderte ein Bild von der Bedeutung vermitteln konnte, die der Steinkohlenbergbau an der Saar sehr lange Zeit hatte und ich bin überzeugt, dass wir hier im Saal und alle Menschen draußen, die mit dem Bergbau eng verbunden sind und sich mit der Materie befassen, die historische Dimension erkennen, die das bevorstehende Ereignis der endgültigen Grubenschließung für unser Land und seine Menschen haben wird.

Eins steht jedenfalls schon jetzt fest:

Der 30. Juni 2012 wird als Zeitenwende in die Geschichte des Saarlandes eingehen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Glück Auf!

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